Die Geschichte der Skatturniere in Rehungen

Die 870-Jahrfeier im Jahre 1994 stand bevor. Man saß im Festkomitee unter Führung des Heimatvereins zusammen und beriet um die inhaltliche Gestaltung der Festwoche. Die großen Veranstaltungen an den Wochenenden waren klar, aber es sollte auch unter der Woche noch etwas geboten werden. „Es könnte einen Preisskat geben.“, warf jemand in die

Runde. In der Diskussion um die Zustimmung machte sich gleich wieder Skepsis breit. Am Tisch saßen Skatlaien, niemand wusste, wie man einen Preisskat vorbereitet bzw. was alles dazu gehört.

Dennoch entschloss man sich, es anzugehen. Über das Internet und beim Skatgericht in Altenburg wurden die notwendigen Unterlagen beschafft und beim Kulturhaus in Bleicherode holte man sich praktische Hinweise zur Organisation.

Routinierte Skatspieler gaben Tipps zu den Besonderheiten eines Turniers, denn da gelten ein wenig andere Regeln, oder auch zu gewissen ungeschriebenen Gesetzen, z.B.: Es muss so viele Preise geben, wie Spieltische im Turnier besetzt sind. Es wurden eigene Abrechnungstabellen entwickelt und verschiedene interessierte Personen schriftlich eingeladen.

So konnte Joachim Schmutzer, der sich besonders bei der Vorbereitung engagiert hatte, zusammen mit Diethardt Müller, dem Vorsitzenden des Heimatvereins, am 1. September 1994 das erste Turnier um den Rehunger Skatmeister eröffnen. 16 Skatfreunde nahmen damals daran teil und erster Skatmeister wurde Detlef Schacht, der spätere langjährige Bürgermeister und Ortsteilbürgermeister.

Seit dem sind gut 25 Jahre vergangen. Die Skatturniere in Rehungen sind zur Tradition geworden, wurden in der Regel kontinuierlich durchgeführt, auf Wunsch der Skatfreunde später sogar 2x jährlich.

Einige der aktiven Mitspieler aus der Anfangszeit wie Kurt Beate, Helmut Schalles, Erwin Dietrich, Horst Stitz, Horst Lohmann, Gastwirt Bodo Schmücking und Martin Widder leben nicht mehr, Jüngere sind nachgerückt. Zum Beispiel können wir mit Janet Stitz und Nicole Bettge-Winsel beide Enkeltöchter des o.g. Urgesteins Kurt Beate  zu den ständigen Teilnehmern zählen.

Mittlerweile wurden 44 Turniere gespielt, an denen insgesamt 654 Skatfreunde, auch aus umliegenden Orten teilnahmen. Absoluter Champion ist Manfred Wallner. Er gewann 6 x, gefolgt von Martin Widder und Jörn Hundt mit je 5 Siegen. Bei  Manfred Wallner sieht man ähnlich wie bei Kurt Beate die Vererbung der Spieleleidenschaft. Seine beiden Enkel Danny und Sebastian Grabe sind ebenfalls stets zur Stelle, wenn ein Preisskat angesetzt ist.

Nach den vielen Jahren erscheint es in diesem Zuge durchaus angebracht, ein großes Dankeschön an die Gaststätte „Thüringer Hof“ auszusprechen, die immer ein angenehmer Spielort für die Skatfreunde war.

Übrigens soll laut Plan des Heimatvereins Ende dieses Monats zunächst auf besonderen Wunsch ein Doppelkopfturnier stattfinden, während das 45. Turnier um den Rehunger Skatmeister für Mitte November vorgesehen ist.

 

Joachim Schmutzer

Ortschronist